Aphasie

Eine Aphasie ist eine erworbene zentrale Sprachstörung, die durch Schädigung des Gehirns hervorgerufen wird. Alle sprachliche Bereiche (Sprachverständnis, Sprachproduktion, Wortschatz, Bedeutung, Satzbau Lesen und Schreiben) können in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt sein. Diese zumeist plötzlich auftretenden sprachlichen Defizite haben häufig weitreichende und teilweise lang andauernde Folgen für das familiäre, soziale und berufliche Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Man unterscheidet hauptsächlich vier Formen der Aphasie:

  • Globale Aphasie: Die schwerste aphasische Störung. Das Sprachverständnis und die Wortbildung sind schwer beeinträchtigt, der Patient äußert manchmal Sprachautomatismen, wie „so, so“ , der Sprachfluss ist deutlich eingeschränkt. Auch Lesen und Schreiben sind schwer gestört.
  • Broca-Aphasie: Die Wortbildung und Aussprache sind erschwert. Das Sprachverständnis ist meist relativ intakt. Die Sprachproduktion ist verlangsamt. Betroffene haben deutliche Sprechanstrengung. Sätze werden bis hin zum „Telegrammstil“ verkürzt. Die Schriftsprache ist in ähnlichem Ausmaß betroffen.
  • Wernicke-Aphasie: Das Sprachverständnis ist gestört. Ein Begriff kann nicht mit dem entsprechenden Wort in Verbindung gebracht werden. Die Sprachproduktion ist ungebremst. Dadurch kann Kommunikation gestört sein. Die Wörter sind meist lautlich verändert.
  • Amnestische Aphasie: Hier ist vor allem die Wortfindung gestört. Betroffene haben oftmals große Probleme beim Benennen („um den heißen Brei reden“). Sie haben kaum Schwierigkeiten mit dem Sprachverständnis.